League of Legends – Rückblick auf die siebte Woche der EU LCS

Jul
11

League of Legends – Rückblick auf die siebte Woche der EU LCS

Hach je, was war das für eine Woche. Fnatic steigt zwei Plätze auf, Millenium rutscht zwei Plätze ab. Aber die Bombe der Woche war wohl die Niederlage des Tabellenführers Alliance gegen das Tabellenschlußlicht Copenhagen Wolves.
von Riot Pente (Autor: Anne Neukirchner & Laura Dietrich| Baronbuff.de)

Monotonie Adé!

Eine spannungsgeladene siebte Woche, die sogenannte Superwoche, geht zu Ende und mit ihr treten auch endlich Veränderungen in die doch sehr monotonen Spielergebnisse der letzten Wochen ein, aber dazu später mehr. Das Besondere an einer Superwoche ist, dass nicht nur zwei Spiele pro Team gespielt werden, sondern ganze vier. Diese werden  an drei unterschiedlichen Tagen: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ausgetragen. Das bedeutet, dass jedes Team an einem der drei Tage sogar zwei Spiele absolvieren muss. Dementsprechend lastet noch mehr Druck auf den einzelnen Teams. Sollten sie wie nun Gambit Gaming eine schlechte Woche haben, dann schaufeln sie sich immer tiefer ins Grab bzw. ins Aus für die wichtige Regionalqualifikation. Eine sehr gute Woche wie im Falle von Fnatic kann hingegen einen ordentlichen Motivationsschub für die kommenden Spiele geben.

Hinter den Kulissen

Im Kölner Studio gibt es seit letzter Woche den lang ersehnten Merchandising Stand. Hier kann man Baron Nashor Kissen, Poros, verschiedene Hüte oder Bekleidung erwerben. Gerade die Poros sorgten im Anschluss eines Spiels für ordentlichen Gesprächsstoff, denn wieso sind diese eigentlich hellblau und nicht weiß? Ein Rioter war schnell zur Stelle und konnte die Diskussion auflösen: Laut der Geschichte von League of Legends sind die Poros hellblau wie freljordianischer Schnee. Wieder etwas dazu gelernt! Im Anschluss an die Spiele gibt das Gewinnerteam meist auch ein Fantreffen. Hier kann man nicht nur sein Lieblingsstück signieren lassen, sondern auch ein Bild oder wie immer häufiger auch Selfies für die Social Media Netzwerke erhaschen.

 

Die Herausforderung der Woche

…bestand darin, den Rekord von Yu „XiaoWeiXiao“ Xian auf Gragas zu knacken. Genauer gesagt ging es darum, 300 Vasallen (auch Minions oder Creeps genannt) in unter 22 Minuten und 50 Sekunden zu töten. Auf europäischer Ebene lag der Rekord, bei 23:10 von Henrik „Froggen“ Hansen auf einem seiner Lieblingschampions Karthus. Letztes Jahr konnte Froggen sogar 300 Vasallen in 20 Minuten erledigen, jedoch nur in einem Ranglistenspiel und nicht in einem offiziellen Turnier. Hierbei muss man erwähnen, dass der eigene Jungler Verbindungsprobleme hatte und die meiste Zeit nicht anwesend war. Somit konnte er ohne jeglichen Widerstand den kompletten eigenen Dschungel wegfegen und seine Vasallenanzahl (Creepscore, CS) ordentlich antreiben.

Zurück zu dieser Woche und dem damit zu erreichendem Rekord. 300 Vasallen in 22 Minuten und 50 Sekunden bedeutet, dass der Spieler 100 Minions in 7 Minuten und 50 Sekunden töten muss. Enrique „xPeke“ Cedeño Martínez, der schon zweimal den Rekord knacken konnte, hat es wieder vollbracht. Auf Orianna in dem Spiel gegen ROCCAT konnte er gegen den gegnerischen Mid-Laner Remigiusz „Overpow“ Pusch auf Lulu die 300 Vasallen in 21 Minuten und 51 Sekunden erledigen. Man muss dabei erwähnen, dass zum einen Bora „YellOwStaR“ Kim ihm in der letzten Minute zur Seite stand, um ihm zu helfen. Zum anderen konnte sich xPeke einige Zähler von Zyras Pflanzen abstauben. Trotzdem ist es eine enorme Leistung, den Rekord um gut eine Minute zu unterbieten. Wir können gespannt sein, wer als Nächstes die Minutenzahl schlagen wird!

 

Die Spielhöhepunkte in der Kurzzusammenfassung

Der Höhepunkt des ersten Tages war ein ganz bestimmter Champion, den man auf verschiedenen Positionen in jedem Spiel sehen konnte. Eine herausragende Leistung auf Lee Sin gab es in den Spielen von Supa Hot Crew gegen Alliance, ROCCAT gegen die Copenhagen Wolves, Fnatic gegen Millenium und SK Gaming gegen Gambit Gaming. Nur in dem Spiel ROCCAT gegen Fnatic sah Marcin „Jankos“ Jankowski auf Lee Sin schwach aus. In den Spielen von Dennis „Svenskeren“ Johnsen (3/1/8, SK Gaming), Paul „sOAZ“ Boyer (3/0/8, Fnatic) und Ilyas „Shook“ Hartsema (4/1/12, Alliance) konnte man beeindruckende Fähigkeitskombinationen sehen. Beispielsweise stürmten sie mit dem Resonanzschlag (Q) auf ein Ziel zu, um nochmals ihren Lebensretter (W) auf ein Auge zu benutzen. Wortwörtlich benutzten sie daraufhin blitzschnell ihren Beschwörerzauber Blitz, um hinter das gegnerische Ziel zukommen. So war es möglich die ultimative Fähigkeit Zorn des Drachen (R) auszuführen, um den Gegner via Roundhouse-Kick zum eigenen Team zu stoßen. Dadurch konnte dieser in wenigen Sekunden getötet werden und der darauffolgende Gruppenkampf war um einiges leichter.

 

Am nächsten Tag konnte man ein schwächelndes SK Gaming erleben. Sie mussten sich in beiden Spielen gegen SHC und ALL geschlagen geben. Besonders bitter war das Highlight Spiel gegen Alliance. Patrick „Nyph“ Funke spielte seinen Lieblingschampion Nami und landete einige Weltklasse Wassergefängnisse wie zum Beispiel beim ersten Blut. Ein ähnliches Schicksal ereilte Alliance am letzten Tag. Sie verloren das Spiel gegen die Copenhagen Wolves haushoch durch die erste Phase im Spiel (8:1 nach 20 Minuten). Nach weiteren 10 Minuten stand es dann 18 zu 2 und damit konnten die Wölfe das Spiel beenden. In ihrem zweiten Spiel gegen Fnatic sollte Alliance auch nicht mehr Glück haben. Zwar war das Spiel viel knapper, jedoch mussten sie sich auch hier früher oder später geschlagen geben. Für detaillierte Spieleinblicke könnt ihr den Artikel auf Baronbuff.de lesen.

 

MVP YellOwStaR – Threshs Todesurteil

Ein Rollenwechsel stellt Profispieler definitiv vor eine Herausforderung. Bora „YellOwStaR“ Kim hat sie mit Bravur gemeistert. Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass Fnatic seine Botlane über den Haufen warf. Der ehemalige Schütze hat sich in der Zwischenzeit zu einem europäischen Top-Support gemausert. Nach einer Eingewöhnungsphase, bei der der Fnatic-Spieler während dem Kundschaften immer mal wieder in die Arme des Gegnerteams lief, steigerte sich YellOwStaR mit praktisch jedem Spiel. Er wuchs in die neue Rolle hinein und ist inzwischen eine Naturgewalt. Seiner Top-Leistung hat Fnatic einen Großteil des Erfolgs der letzten Matches zu verdanken. Allein in der Superwoche war er im Schnitt an 87,81 Prozent aller Tötungen von Fnatic beteiligt. Das ist eine beeindruckende Zahl und sorgte unter anderem dafür, dass YellOwStaR mehr als verdient die Auszeichnung des Most Valuable Player – wertvollsten Spielers – nach Hause holte.

Besonders hell glänzte der Supporter mal wieder mit Thresh. Es wirkt fast als wäre seine Kette magnetisch, so oft traf das Todesurteil ins Schwarze. Neben seinen anderen Lieblingshelden Morgana und Leona arbeitet YellOwStaR aber auch offensichtlich daran seine Bandbreite an Champions zu erweitern. Zu beobachten war das beispielsweise im Spiel gegen Alliance, wo er Patrick „Nyph“ Funke eiskalt die Nami unter der Nase wegschnappte. Ein taktisch cleverer Schachzug. Wir sind gespannt, welche Champions YellOwStaR demnächst in die Kluft bringt. Der Trend bei Fnatic geht ja offensichtlich zum Außergewöhnlichen hin. Einen Ziggs in der Toplane, wie im Spiel gegen ROCCAT, sieht man schließlich nicht alle Tage.

Die Sache mit Nami

Die Gezeitenruferin Nami war lange Zeit nicht in der europäischen LCS anzutreffen, doch aktuell ist sie eine begehrte Wahl. Ihre Stärke liegt dabei in ihrem Rundum-sorglos-Paket von Fähigkeiten. Sie bringt Heilung, Kontrollzauber (Crowd Control) und einen offensiven Verstärkungszauber (Buff) mit. Segen der Gezeitenruferin verleiht normalen Angriffen zusätzlichen magischen Schaden, was beispielsweise sehr gut mit einem der aktuell beliebtesten Schützen zusammenpasst: Lucian. Auch gegen die sonst so starke Morgana kann Nami mit ihrer Mischung aus sehr gut standhalten und auf Dauer mehr Druck aufbauen. Mit ihrer Vielseitigkeit ist sie aber nicht nur auf der Lane, sondern auch in Teamkämpfen eine wertvolle Helferin. Die ultimative Fähigkeit Flutwelle kann sowohl zum offensiven Angriff, als auch defensiven Verteidigung eingesetzt werden. Ein gut gezieltes Wassergefängnis kann gleich mehrere Schlüsselziele aus den Rennen nehmen. Genau das konnten wir zuletzt eindrucksvoll bei Nyph, aber auch bei Supa Hot Crew Neuling Raymond „kaSing“ Tsang beobachten. Bleibt abzuwarten, ob die Gezeiten den Beschwörern auch in Zukunft weiterhin hold sein werden.

Rangliste und Tendenzen – Flotter Wechsel

Aber was hat sich nach all den 16 Matches nun in der Tabelle getan? Die Antwort: Im Grunde nicht viel. Alliance hat nach wie vor die Spitzenposition inne, doch mit drei Siegen Vorsprung ist noch lange nicht aller Tage Abend. Gerade mit Fnatic muss man als LCS-Team jederzeit rechnen, wie sich in der Superwoche einmal mehr gezeigt hat. Durch ihre herausragende Leistung, konnte Fnatic mit dem aktuell Zweitplatzierten SK Gaming gleichziehen. Beide Teams stehen jetzt bei elf Siegen und sieben Niederlagen. Platz machen musste dagegen Millenium, die in der Superwoche schwer schwächelten. Das ist jedoch noch gar nichts gegen das Dilemma von Gambit Gaming. Wie eingangs erwähnt, sieht es für das Team mehr als düster aus, besonders nach ihrer aktuellen Pechsträhne. Nicht nur, dass sie selbst ein ums andere Spiel verlieren, die anderen Teams ziehen ihnen langsam aber sich davon. Sogar das dänische Schlusslicht – die Copenhagen Wolves – konnten in der Superwoche einen Sieg für sich verbuchen und das auch noch gegen das Spitzenteam Alliance. In der kommenden Woche kommt es zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Gambit Gaming und den Copenhagen Wolves. Ein wirklich entscheidendes Spiel für beide Teams.

Wenn ihr gerne mal das LCS-Studio in Köln besuchen möchtet, dann schaut auf unserer Ticketseite vorbei, um Tickets für die Wochen 8-11 zu erhalten.


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About Dana Weichselbaumer

Eigensinniger, kreativer Kopf mit einer Prise Wahnsinn. Oder anders: Leidenschaftliche Künstlerin, die manchmal mit ziemlich irren Ideen um die Ecke kommt.

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