The Shaman | Keine Nacht ohne Drogen
“Game Over!” Die Wirtin beugte sich über Urukh und gab ihm ein paar Ohrfeigen. “Hey, Digga, was los?”
Urukh rührte sich nicht. Er war irgendwo im Tackatuckaland, weit ab jeglicher Wahrnehmungsfähigkeit. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, schien es ihm jedoch ganz gut da zu gehen. Zumindest deutet das Lächeln auf seinen Lippen darauf hin.
“Der scheint recht entspannt zu sein” merkte einer der Trolle an”
Die Wirtin schien nicht erfreut. “Ja…man riechts….hoffentlich kackt der mir net auch noch auf den Boden hier…”
“Lass mich mal machen, das hat er öfter” merkte Floryz an. “Gib ma ´n Eimer Wasser, Ghandi” flaxte er die Wirtin an “Den holen wir schon wieder zurück, keine Bange.”
“Mein Name ist Tandoori, nicht Ghandi!”entgegnete die Trollin. Mom, ich hol was…” und trollte sich, um kurz daruf mit einem grossen Eimer Wasser zum Tisch zurück zu kehren.
Inzwischen hatte sich eine Gruppe Gäste gesammelt und begafften den am Boden liegenden Schamanen, welcher immer noch nichts von seiner Umwelt wahrnahm und stattdessen anscheinend irgendwo im Nirwana nackten Taurinnen hinterherhüpfte. Er wurde jedoch jäh aus seiner Illussion gerissen, als Floryz den armen Tauren mit einem Schwall Wasser übergoss.
“WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH HIIILFÄÄÄÄ!” Urukh war wieder da! “ALTA! Geht´s noch?!?! Was soll´n der Scheiss!?”
“WB, Urukh. Na? Alles frisch?” begann Floryz als erste den Tauren im RL zu begrüßen.
” Ne………bin nass….” antwortet Urukh nur knapp. “Was´n los`Wo bin ich??? Und vor allem: WER bin ich???”
Die gesamte Gesellschaft fing an herzlich zu lachen, und zwei der Trolle halfen dem Schamane auf die Hufe.
“Mann, is des gudes Traumblatt! Des haut den dicksten Tauren um!” Urukh fasste sich ein Stück Stoff, daß Tandoori wohl zum Geschirr trocknen verwendete, rieb sich das Gesicht trocken und rief nach etwas zu trinken.
“Meine Kehle ist ganz ausgedorrt, gib doch mal ´n Bier, Frau Wirtin” und setzte sich wieder an den Tisch. “Ou Mann, Loide, Ihr glaubt net was ich gerade erlebt hab!!!”
Floryz sah den jungen Tauren wohlwissend um dessen Neigungen an: “Ich glaube, wir wollen es gar nicht wissen…bestimmt wieder irgendwas frivoles..ich kenn Dich doch!” Urukh grinste nur. “Stimmt Flo. Aber sei beruhigt, Du warst net dabei. Wo ist eigentlich Zadarr?”
Und wie auf ein Stichwort trat der Untote durch den Zelteingang.
“I bin do, und schau mal, wen ich gerade kennengelernt hab!”
Hinter dem Untoten wurde es dunkel und ein grosser Taure betrat das Zelt. Er ähnelte Urukh nicht nur vom Aussehen her. Zwar waren seine Hörner etwas anders geformt, aber Größe, Statur aber vor allem der hohle, doofe Blick lies eine Verwandtschaft zu unserem Helden erahnen. Es war Fliegenschiss, Urukhs Vetter und Furzkumpane. Die beiden machen sich gerne einen Spass daraus Dinge zu verspeissen, die furchtbare Blähungen verursachten und malträtierten das Brachland mit Ihren Gasen!
Fliegenschiss, ebenso ein Schamane wie Urukh, pflückte am liebsten irgendwelche Blumen, an denen er dann stundenlang schnüffelte.
Stoned by nature pflegt er dann zu sagen. Traumblatt hatte er nur einmal mit Urukh probiert, die Erfahrungen die er damals damit machte waren aber eher negativ geprägt, also zog er Blumen oder frisches Bier vor.
Sein Dialekt beinhaltet furchtbar viel Äs, Üs und Ös, wie es die Tauren im östlichen Steinkrallengebirge nunmal so an sich hatten.
“ÜRÜKH! Öldä Söggä! Nü, wü göht´s Dür dänn mäin Vöddar?! Hallö Löidä! Frau Würt. Än Biär büddä!” warf Fliege um sich und rückte einen weiteren Hocker an den grossen Tisch. “Dän Dünnön do habsch grad gedroffn. Er sagt er kännt düsch” und zeigte dabei auf Zadarr.
“Jep, der gehört zu uns”, antwortete Urukh. ” Ah, ich sehe, Du hast Dich eingekleidet, Zadarr. E bissl gross dei Klamodde, was?”
Zadarr blickte an sich herab: “Jo, der Orc war ziemlich fett…aber besser wie nix. Der hat jetzt meine Lumpen an *ggg*. Sollte halt net mit mir pokern, hähä!”
Floryz konnte sich einen Einwand nicht verkneifen: ” Ou Mann…Du siehst aus wie ein DEPP!” Tatsächlich war die…ähmm…Rüstung, die der Untote nun trug, ein ganz klein wenig zu gross. Naja, sagen wir…er hätte mindestens dreimal in die Klamotten gepasst. Die Hosen hatte er hochgekrempelt, das Bsutteil zweimal um seinen klapprigen Oberkörper gewickelt und auf dem Rücken zugebunden. Die grossen Schulterpolster ragten weit nach links und rechts raus, sodaß er beim betreten des Zeltes seilich gehen musste, um den Eingang überhaupt passieren zu können. Der Helm war ebenfalls viel zu gross, so daß eine gewisse Ähnlichkeit zu Calimero (Ihr wisst schon, der Piepmatz mit der eierschale un so…) nicht zu verleugnen war, und wackelte auf dem kleinen Kopf des Schurken hin und her.
Zadarr antwortete nicht darauf sondern setzte sich ebenfalls an den Tisch. Die Trolle hatten sich zwischenzeitlich verabschiedet, und so saß nun unsere infernalisches Quartet gemeinsam im Zelt beim Inder, um Ihr Abenteuer zu planen.
Es sollte jedoch bald ein Quintet daraus werden.
Urukh begann seinen Gruppenmitgliedern von Onyxia und der Flamme zu erzählen:
“Also Loide, wer war noch nicht bei Ony?” begann er. Das erste mal seid dem Zusammentreffen waren sich mal alle einig: Niemand, incl. Urukh. “Hmm.okayyy………hat jemand zufällig nen Guide gelesen oder sowas, oder kennt jemanden der jemanden kennt, der Ony…öh…kennt?”
“Ich könnte Euch da helfen!” klang es plötzlich von der Seite. Es war Tandoori, die Troll-Wirtin. ” Ich war da schon mal.”
Die Trollin hatte schon die ganze Zeit eines Ihrer Ohren abgestellt, um die kleine Gruppe am Tisch zu belauschen. Zu neugierig wurde sie, als sie erste Fetzen der Raidplanung aufschnappte. Als dann klar wurde, in welches Abenteuer sich die Helden stürzen wollten, gab es kein Halten mehr.
“DU? Du warst da schonmal?” hakte Floryz ungläubig nach. “Wie das denn? Koch-Q für´n heissen Hetzer?”
“Nein, ich hab die Alte getankt!”
Floryz konnte sich vor Lachen kaum noch halten. “Mit ner Pfanne und nem Kochlöffel? Du fällst doch schon um, wenn Dich Ony nur anglotzt!”
“DUELL! Komm her die blöde Kuh, jetzt langt´s!” Tandoori hatte nun endgültig die Trollnase voll von Floryz und bleckte Ihre kleinen Hauer.
“Ich dreh´ dir Deine verkackten Schrauben raus, Du Missgeburt! Komm raus vor´s Zelt, ich mach Dich so platt, daß Du höchstens noch als Kippenautomat taugst!” Tandoori griff hinter den Tresen und zog ein mächtiges Schwert hervor. Ein betrunkener Orc, der gerade auf einem kleinen Tisch seinen Suff auschlafen wollte, wurde mit einem gekonnten Kick vom Hocker gefegt und die Wirtin schnappte sich die vermeintlich Tischplatte. Es handelte sich hierbei doch tatsächlich um ein altes, verbeultes Schild, das als Tischplatte herhalten musste.
“Hab ich vom Sperrmüll…” sagte sie nur knapp, um somit jegliche weitere Fragen im Keim zu ersticken. “Komm jetzt her, feige Kuh, damit ich Dir ne Neulackierung verpasen kann! Niemand beleidigt eine Trollin der Blassfratzen ungestaft!”
Floryz lies sich nicht ein weiteres mal bitten und stand auf, um das Zelt zu verlassen. Sie zog ein mächtiges 2H-Schwert vom Rücken und ging in Kampfhaltung. Tandoori machte gymnastische Lockerungsübungen. Wie zwei Kamphühner umkreisten sich die beiden Weiber.
Schon hatte sich in der Mitte des Camps eine Horde im Kreis versammelt, um dem Schaupiel beizuwohnen, ein epischer Kampf stand umgehend bevor!
Die Nacht war bereits eingebrochen. Im Schein der zahlreichen Fackeln war die Luft zum zerreissen gespannt. Nichts und niemand konnte die Kontrahentinnen noch davon abhalten sich gegenseitig so lange die Fressen zu polieren, bis eine der beiden Frauen aufgab, oder sterbend den Boden des Camps mit Ihrem Blut tränkte.
Die Meute johlte und feuerten die Weiber an. Urukh nahm sich ein Herz und betrat den Kampfplatz:
“Läääiiiiiiiidies äääääääääääääänd Gääääändääälmääääääään!
In der rechten Ecke sehen Sie die Herausforderin: Bisher ungeschlagen im Eierlaufen und Brachlandmeister im Reisbraten: TAAAAAAAAANDOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOORIIII IIIIIIIIIIIII!”
Die Meute jubelte.
“Und in der linken Ecke Ihr Gegner: Die kaputteste Hure der Goldstrasse und Vorsitzende des Clubs für lange Achselhaare:
FLOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOORYYYYYYYYZZZZZZZZ ZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZ:”
Wieder jubelte die Meute, die in einem grossen Kreis die Arena bildete. Merchandise-Verkäufer boten T-Shirts, Kaffeebecher und Fähnchen an. Schon bald hatten sich 2 Lager gebildet, die sich gegenseitig beschimpften und Ihren Favoriten anfeuerten,
Buchmacher riefen die Wettquoten aus.
Und dann begann der Kampf:
Beide Frauen zogen Ihre Stricknadeln aus den Tachen und begannen zu stricken! Wer sollte als erste der Beiden die epischen Topflappen fertig gecraftet haben? Tandoori lag bereits mit einigen Maschen vorne, als plötzlich eine Ihrer Nadeln brach und sie somit unbewaffnet war! Floryz blau schimmernde Augen verengten sich zu einem Schlitz, und bereits triumphierend sich des Sieges sicher, brach auch eine Ihrer Nadeln! Ein raunen ging durch die Meute! Beide Duelantinnen schauten bedeppert auf Ihre abgebrochenen Dual-Wield-Waffen.
Einer der Trolle, der gespannt den Kampf verfolgt warf Tandoori eine scharfkantige Milchtüte zu! Ein Taure der seine Favoritin im Nachteil sah, half Floryz mit einer fast abgebrannten Kerze aus! Wieder gingen die Streithühner in Kamphaltung und belauerten sich.
Gerade als Tandoori zu einem Angriff ansetzte, tönte es unvermittelt aus dem Wirtszelt:
“FREIIIIBIÖÖÖÖR FÜÄ ÖLLLÄÄÄÄÄ!!!” Fliegenschiss hatte schonmal ein paar Bier gezapft und sah sich gezwungen dem Treiben auf dem Camp-Platz ein Ende zu bereiten! Innerhalb von Sekunden hatte sich die Meute besonnen und stürmte das Zelt der Trollin um sich hemmungslos zu besaufen.
Zurück blieben zwei völlig verdutzte und planlose Streiterinnen.
“Un´nu?” fragte Tandoori. “K.A…..” anzwortet Floryz knapp. “Bleeed simmer schon, wir zwei, hmmm…”
“Ajo..ich schlage vor, wir lassen das erstmal mit dem Duell….auf ein Bierchen hätte ich jetzt mehr Lust!”
“Jo”, stimmte die Todesritterin zu. “Ich auch, komm lass uns reggen gehen!”
“Allahopp!” Und Tandoori legte Ihren Arm um die Taurin und zusammen gesellten Sie sich zu den anderen der Gruppe und feierten bis in die frühen Morgenstunden.
Zadarr hatte es sich mit Floryz in einer Ecke bequem gemacht, Tandoori lag auf der Theke. Urukh und Fliege saßen Rücken an Rücken in einer anderen Ecke des Zeltes in einer riesigen Bierlache und schnarchten um die Wette. Zu tief hatten beide in die Becher geschaut, und dies sollte sich nun rächen. Fliegenschiss hatte sich die ganze Nacht als DJ betätigt und all seine Latin-House Gassenhauer gespielt, während Urukh eine junge Taurin abschleppte. Er war allerdings bereits dermassen knülle, daß er weder einen hoch bekam, noch in der Lage gewesen wäre der Taurin zu zeigen wo der Hammer hängt. Scheiss Alk!
So langsam regten sich die ersten Schnapsleichen und der allgemeine Ruf nach Kaffee wurde laut. Tandoori rappelte sich auf und schaltet Ihren Wasserkocher an. Floryz entledigte sich Zadarr, der mit den Kiffer-Trollen noch in die Metal-Bar von Ratchet losgezogen war und noch völlig weggetreten eingfach auf dem Boden liegen blieb, und half Tandoori beim Frühstück machen.
Der Duft frischen Stranglethorn-Kaffees lies dann auch die letzten Müden deren Glotzhöhlen aufmachen und es begann sich wieder Leben zu entwickeln.
“Boah…muss ersma´schiffen!” Urukh torkelte mit hängendem Kopf nach draussen hinters Zelt und liess es laufen..und laufen..und laufen…. . Fliegenschiss panschte in der Bierpfütze in der er saß und reif nach seinem Quietsche-Entchen.
“Jetzt langt erstmal richtig zu, Leute”, sagte Tandoori und brachte ein paar frische, duftende Brötchen ins Zelt.
“WAT? Wer bist du denn! Ich kann nix essen….sonst muss ich kotzen! Hat mal einer ne Aspirin?” Urukh hatte ausgeschifft und kam zurück ins Wirtszelt. “Wir sollten uns gar nicht lange aufhalten! Müssen dann mal los, sonst gibt´s wieder DKP-Abzug, weil wir so rumtrödeln! Hophop! Ich hole schonmal Hörnchen aus´m Stall. Tandoori kann uns ja ein paar Brote für den Weg schmieren.”
“Ich komm´mit” sagte Floryz und folgte Urukh in den Stall um das geile Kodo zu holen. Als die beiden den Stall betraten, wunderte sich die Taurin über das viele Stroh unter Hörnchens Hinterteil:
“Warum liegt hier Stroh?”
“Warum hast Du ne Maske auf?”
*es folgt eine zensierte Passage, da aufgrund Proteste und Morddrohungen radikaler Tierschutzvereine das Weiterleben des Authors gefährdet ist*
—–> ZENSIERTE PASSAGE <—–
” Ja da schau an!” Zadarr war in den Stall gekommen, nachdem die Gruppe vergebens einen Ready-Check machte, und ertappte die beiden mitten bei einem hochwissenschaftlichen Gespräch. “Ah sowas notgeiles…tstststss* grinste sich Zadarr einen.
“Piss Dich ver, Zadi! ” muhte Floryz, und schob sich den BH zurecht. Urukh war etwas verlegen, war es doch sein erstes mal und irgendwie gefiel es ihm sogar.
“Jaja, wir kommen ja schon..bzw wären…aber das is jetzt auch Wurst -.-”
Der Schamane nahm die Zügel des Kodos und wollte gerade den Stall verlassen, als sich der Stallmeister zu Wort meldete und 5G für Kodo und Xtra-Stroh verlangen wollte.
“Vergiss es, Trolli, erst spannen, ja, und dann noch Gold verlangen? Assi!” Die Todesritterin lies keinen Zweifel an irgendwelchen Diskussionen aufkommen. Der Troll, sprachlos, sabberte nur etwas und belies es dabei. Seinem Grinsen nach zu urteilen, war sowieso total stoned und es schien ihm scheiss egal.
“Da seid Ihr ja endlich! Erst Hektik dann Erotik! Ausgekehrt jetzt?” Die Trollwirtin hatte Ihr Restaurant geschlossen und wartete bereits auf einem Raptor sitzend auf Urukh und Floryz. Fliegenschiss hatte ebenso wie Urukh ein Kodo, allerdings einen Bullen, Zadarr kam wundersamerweise irgendwie zu einem Kriegswolf und führte Floryz Gaul.
So stand Urukh ein 2.tes mal in kurzer Zeit am Ausgang eines Dorfes , um in ein ungewisses Abenteuer zu reiten. Und wahrlich, es sollte ein grosses Abenteuer werden!
“Ja richtig, nach Westen” stimmte Tandoori dem Schamanen zu”
“Hör ma blös äuf mit Wöstön..dös känn isch schön nümmör höan…” Fliegenschiss´Vergangenheit, als er noch hinterm grossen Wall leben musste…darauf war er gar net gut zu sprechen. Zu tief waren die seelischen Wunden, der jahrelange, unerfüllte Wunsch nach Bananen und West-TV.”
“Na denn mal los, Loide. Let´s go West!”
Und die Gruppe reitete in die Mittagssonne des Brachlandes, die unbarmherzig Ihre Strahlen nach den Helden ausstreckte und das Eisen Ihrer Waffen und Rüstungen erhitzte. Unterwegs schaute sich Zadarr immer wieder um, als hätte er die Befürchtung er würde verfolgt. Fliegenschiss schlief auf seinem Kodobullen, das Gewackel auf den grossen Tieren war aber auch recht einschlaffördernd. Zudem lag die vergangene Nacht lag allen noch schwer in den Knochen.Auch Urukh hatte Mühe seine Augen aufzuhalten, wurde jedoch durch ein Zwicken und Zwacken in seinem Hintern wachgehalten.
Nachdem sie ein paar Stunden geritten waren, kamen sie an die Stelle, an der ein Weg von der Goldstrasse in Richtung der Marschen abzweigte. Dort saß ein in prächtige Stoffgewänder gekleideter Untoter. Es schien als schliefe er im sitzen. Er reagierte weder auf Ansprechen noch schien er irgendwas von seiner Umgebung wahrzunehmen. Ansonsten war er genauso hässlich wie Zadarr.
“Was´n mit dem?” Floryz wunderte sich über den da Rumsitzenden.
“Der is´AFK, Schatzi” meldete sich Zadarr zu Wort. “Den kenn ich, btw, is ein Magier aus Undercity. Der heisst irgendwas mit O…..Ol.Ol……Oll! Ja, genau, Oll heisst er. Is ne Damage-Sau.”
“Was der wohl hier macht?” Fliegenschiss machte einen recht uninteligenten Gesichtsausdruck, während er den Magier musterte. “Ün wös füär schwüöle Klamoddnn dör änhöt.”
“Bestimmt sucht er wieder irgendein Gebiet oder macht alte Quests für Achievements. Wollen wir net lieber weiter?” Zadarr schien es recht eilig zu haben. “Der kommt auch solo gut klar.”
“Jep, wir reiten weiter. Aufi geht´s” stimmte Urukh zu. Die Gruppe setzte sich gerade in Bewegung, als der Magier unvermittelt aufstand und der Gruppe zuwinkte: “Grüße!”
Urukh bremste seine Kodokuh so abrupt, daß Flieges Bulle nicht mehr rechtzeitig anhalten konnte und sein Kopf im Hörnchens Hintern verschwand. Hörnchen quiekte kurz entzückt, dem Bullen schien dies jedoch nicht zu behagen. Floryz konnte gerade noch ausweichen und Zadarrs Wolf verfügte bereits über ABS, sodaß es nicht zu weiteren Karambolagen kam.
„Ja servus, Oll“ grüßte der Schurke zurück. Die Gruppe wendete seine Reittiere und begrüßte ebenfalls den kleinen Untoten.
„Was habt denn Ihr vor, zu solch früher Stunde?“ fragte der Magier neugierig.
Urukh ergriff das Wort: „ Wir sind die Auserwählten! The chosen ones! Wir ziehen los, um Kalimdor vor´m Untergrang zu bewahren und um in Onyxia einzudringen!”
Oll schaute Urukh mit grossen, ungläubigen Augen an. „Ihr wollt was? In Onyxia eindringen???“
„In Ihren Hort natürlich…“, verbesserte sich der junge Anführer. Die anderen kicherten belustig in Ihre Rüstung.
„Ei, nehmt Ihr mich mit? Könnte noch das Achievement gebrauchen von der Alten! Kann Euch auch prima Wasser machen!“
Zadarr stimmt dem grinsend zu: Joa, so´n Wasserspender is immer ganz nützlich. Ausserdem kann er Fliege mit INT buffen, damit er sich net in die Rüstung schifft…..“ .
Fliegenschiss grunzte beleidigt: „ Du willst nochmal nen Heal von mir…vergiss es!“
„Tjoa, dann kömma auch gleich nen Raid aufmachen“ und Urukh lud Oll in die Gruppe. „Dann mal los, Gefährten! Auf zum Drachenhort! Die Esse bodelt und wartet auf uns!“
„ Hier is irgendwo ein MC-Drive, lasst uns doch dort was zum Essen besorgen, hab tierisch Hunger..“ klagte Floryz. „Gute Idee, mir hängt mein Magen auch schon fast an den Knien“, stimmte Tandoori zu.
Auch Zadarr schien dem nicht abgeneigt: „ Joa, könnt auch mal wieder was warmes im Bauch vertragen!“
Und einstimmig machten Sie sich weiter auf den Weg zum Fresstempel.
Als die Gruppe die Sümpfe erreichte, bot sich Ihnen ein Bild des Grauens! Der erhoffte MC-Ride war völlig niedergebrannt, überall verkohlte Chicken-Mc-Nuggets, Zerfledderte Hamburger lagen in Ketchuplachen. Vom ehemaligen Ride-In zeugten nur noch Stein-Fundamente vom ehemaligen Glanz des Lokals. Keine Horden-Seele war zu entdecken. Noch schwelende Holzbalken liesen keinen Zweifel darüber, daß erst vor kurzem ein grosses Feuer gewütet haben musste.
“Ei verbibsch! Sö nä Schäissä….öllä Hämbörga värköhlt!” Fliegenschiss suchte in der dampfenden Ruine nach etwas essbarem. ” Nüsch möl än Nöggät is heilä gäblüb´n! Und isch häb müsch sööö ufff ne Bänänön-Schäk gäfroid!”
“Drachkins! Das waren Onyxias Wächter!” Zadarr zeigte auf eine am Boden liegende [Schwarze Drachkinschuppe]. Die haben hier mal ordentlich abgelassen, würd´ich sagen.”
“Hmm..das ist recht merkwürdig. So weit am Rand der Sümpfe, weg vom schützenden Hort habe ich noch nie welche gesehen.” Tandoori macht einen besorgten Gesichtsaudruck und suchte in den Überresten des Gebäudes nach weiteren Hinweisen.”Hier sind noch mehr Spuren, es müssen mindestesn ein Dutzend Drachen hier gewesen sein, überall Fußabdrücke und Schuppen!”
Dem jungen Raidleader war sofort klar: ” Tja! Das passiert, wenn man kein Head&Shoulders-Shampoo benutzt! Hatte ich jahrelang das Schuppenproblem! Kaggnuubs!” Ihm war nicht wohl zu Mute. “Jemand muss von unserer Mission erfahren haben und hat die Drachenbrut gewarnt. Anders kann ich mir es kaum vorstellen, warum die Drachen hier gewütet haben sollen! Sie wollen uns daran hindern weiter zu reisen! Wir müssen unsere Augen aufhalten, wer weiss, was uns im Sumpf noch erwartet.”
Floryz hatte ganz andere Sorgen: Ey, Alta! Ich brauch jetzt irgendwas im Magen! HUNGAAAAA! Ausserdem vermisse ich ein Artefakt seid dem Camp, daß mir sehr wichtig ist.”
“Ünd mäin Quietschändschn is och weg!” fügte Fliegenschiss dem hinzu.
“Jep, Flo, i know. Wir werden zuerst mal nach Brackenwall reiten, ist nicht sehr weit von hier. Dort werden wir Rast machen und unsere Vorräte auffüllen. Dann schauen wir in allen Taschen nach Euren Sachen. Alles aufsitzen! Wir reiten weiter! Oll, kommst Du? Oll?
Doch vom stillen Magier war weit und breit nichst zu sehen! Oll war verschwunden!
Urukh wurde ärgerlich: “Ou, Mann! Wo issen der Nilli? Jemand ´was mitbekommen?”
“Ich glaube der hat sich weggeportet”, antwortete Tandoori. “Jedenfalls hab´ich ihn aus dem Augenwinkel mit seinen Händen in der Luft rumfuchteln sehen.”
” Neeee! Gugge mal: Dö lüschd er!” Fliegenschiss fand den Magier begraben unter einem kokelnden Holzbalken!
Tatsächlich war Oll tot!.
“DIE HABEN OLLI GETÖTET! DIE SCHWEINE!” Zadarr war ausser sich!
“Gnaaaaaaarf! Hebt ihn auf! Wir können nicht länger warten. Viellicht kommen die Drachkins nochmal zurück, wir sollten nen Schuh machen und von hier verschwinden. Gebt Euren Viechern die Sporen! GOGO!”
Oll der Nilli wurde von Fliegenschiss ins Leben zurückgeholt.
“Sry, Leute…da lag ein Q-item und dann fiel der Balken auf mich :/…..” Dem Magier war es sichtlich peinlich, daß er sich so gimpig angestellt hat.
“Egal, bist ja jetzt da! Buffen und go!” Urukh wollte so schnell wie möglich den düsteren Ort der Zerstörung verlassen.
Mit überhöhter Geschwindigkeit ritten die Helden gen Brackenwall. Sie durchquerten rasch den nördlichen Sumpf und erreichten bereits nach einer guten Stunde den Horde-Stützpunkt. Hier schien noch alles in Ordnung, nichts deutete auf etwas Ungewöhnliches hin.
Die Gruppe füllte die grossen Packtaschen Ihrer Reittiere mit allerlei Essbarem sowie Reagenzien. Fliegenschiss braute noch ein paar Tränke während Zadarr emsig Schleifsteine herstellte. Urukh kochte Buffmats und checkte noch fix sein Postfach.
Ausser etwas Gold aus AH-Verkäufen fand er eine E-Mail von Muhmach, seinem Stammesführer vor:
@ Urukh!
Ich hoffe der Brief erreicht Dich noch rechtzeitig!
Wie mir meine Defias-Spione berichteten, wurden wir verraten! Wie dies geschehen konnte, und wer, ist noch Ungewiss!
Aber wir sind uns sicher, daß die Mission in grosser Gefahr ist! Unsere Weisen haben im Kodokot die Zeichen gelesen!
Sei vorsichtig, traue niemandem! Und denke immer daran, Urukh:
Kondome helfen schützen!
Dein besorgter Muhmach.
Nun war Urukh alles klar! Sie waren tatsächlich verraten worden! Irgendjemand musste sie im Camp Taurajo belauscht haben, und die Drachenbrut gewarnt. Aber nun wusste Urukh, daß die Wyrmkins wussten, was er vorhat. Nun galt es dieses Wissen zum Vorteil zu nutzen und die Drachen auf eine falsche Fährte zu locken. Doch wie sollte er es anstellen? Was sollte er nur tun? Waren die Amis wirklich auf dem Mond?Er musste zuerst seine Gefährten informieren und einen Plan aufstellen!
“Gruppenkuscheln! Alle mal herkommen, es gibt wichtige Neuigkeiten!”
Daher auch der Überfall auf den MC-Ride. Nun, das zeigt zumindest, daß sie uns als Gefahr ansehen. Wir müssen also sehr vorsichtig sein und versuchen, die Drachen auszutricksen. Jemand ne idee?”
Allgemeines Schweigen. Außer ein paar “hmmmmm” und ” öhhhmmmm” kam jedoch nix brauchbares aus den Helden hervor.
Plötzlich lacht Fliege lauthals los: “Muhahahahahahahahahahahahaaaaa!”
“Fliege! Waazzzzuuuuup?” alle sahen Fliege erwartungsvoll an!
“Och , nüscht, isch hab mür blöss gerade ´n Wütz erzählt, den kannt isch noch goar nüschd!! Mann, der war äschd gut!”
“FLIEGE!” Ei, Mann, wir sind hier voll am Abdenken und Du erzählst Dir neue Witze! Unglaublich! EINMAL MIT PROFIS! NUR EIIINMAL!”
“Sörry….äs kam so übär misch ….” Fliege zeigte sich reumütig. ” Abör vielläischd habsch ja doch noch nä Idää: Wir könntän uns jo als Drochän värklöidn und donn dursch die feindlüschn Liniän schläischn!” Nü?
Tandoori zeigte sich skeptisch: ” Und wo bitte, Herr Fliege, sollen wir Drachenkostüme herbekommen? Hmmm?”
“Na bäi däm Drochönkostümhändlör da!” Fliege deutet auf einen NPC nahe dem Gasthaus. Tatsächlich stand da ein Oger und bot Drachenkostüme an!”
Verdutzt schauten sich die Gruppenmitglieder an, während Zadarr zum Oger schlich und ihn ansprach um dessen Warenangebot zu checken.
“Du nehmen Keks!” sagte der Oger und überreichte Zadarr einen Keks. Im Tooltip des Kekses stand:
Benutzen: Verwandelt den Träger in einen Drachenwyrmkin. Kann nur in den Düstermarschen verwendet werden. Hält 1 Stunde.
“Kommt her! Der Typ hat Transmutations-Kekse!!!!” Zadarr deutete auf den Oger.
“Aber bestimmt nicht so gut wie meine!” beschwerte sich Oll. ” Meine sind Euch wohl nicht mehr gut genug, hä?!” Schmollend verschränkte der Magier seine dürren Arme und machte einen auf beleidigt.
“Es spricht!” Tandoori hatte den stillen Untoten schon fast vergessen, so still war Oll. Sie nahm den kleinen Magier in den Arm und tröstete ihn.
Urukh war die Sache mit dem Oger nicht geheuer. Es konnt edoch kein Zufall sein, daß der Oger ausgerechent jetzt die Transmutations-Kekse anbot. Da war doch was faul im Staate Dänemark! Dennoch nahm auch er einen Keks und packte ihn in eine seiner Taschen. Man kann ja nie wissen.
“Wenn dann alle wieder da sind, können wir ja weiter reiten. Ich schlage vor, wir gehen Querfeldein. Auf den Strassen sind wir zu leichte Beute! Aufsitzen! Hopphopp!”
Lasst uns nach Süden ziehen, die Sonne putzen!


